Genitiv

Einfach oder kompliziert?

Ist der Genitiv wirklich so kompliziert? Wer Deutsch als eine Fremdsprache lernt, merkt bald, dass man den Genitiv nicht so intuitiv und automatisch lernen kann, wie viele andere Dinge in der deutschen Sprache. Warum ist das so?

Schauen wir uns also den Genitiv einmal etwas genauer an.

 

 

 

 

Eigentlich ist der Genitiv viel einfacher zu erlernen und korrekt anzuwenden als der Dativ oder der Akkusativ.

In der mündlichen Umgangssprache ist der Genitiv aber heute nicht mehr so wichtig. Wenn die Leute sich unterhalten, wird er daher oft durch "von" + Dativ ersetzt. Man hört den Genitiv also seltener als die anderen Fälle. Das ist der Grund, weshalb viele meinen, der Genitiv sei kompliziert. Es ist also mehr eine Frage der Gewohnheit.

Beim Schreiben ist der Genitiv nach wie vor sehr wichtig. Wenn man zum Beispiel für die Universität einen wissenschaftlichen Text verfassen muss oder einen journalistischen Artikel und Probleme mit dem Genitiv hat, sollte man erst gar nicht anfangen. Im Schriftlichen ist der Genitiv geradezu existentiell.

 

Was man über den Genitiv wissen muss

1. Ersatzform "von" + Dativ

Dies ist die populäre Ersatzform für den Genitiv und in der mündlichen Umgangssprache sehr häufig. Aber schon wenn man einen Fachvortrag hält, und die Sprache ein bisschen spezifischer wirken sollte, braucht man den Genitiv unbedingt.

 

einfaches Beispiel


Martin ist der Geliebte von Steffi.

Martin ist Steffis Geliebter.

 

In diesem einfachen Beispiel kann man problemlos "von" + Dativ verwenden. Mit dem Genitiv wird die Aussage aber kürzer, weil man die Präposition "von" nicht braucht.

 

 

komplexeres Beispiel


Das aktuelle Interview von dem aktuellen Bundespräsidenten...

Das aktuelle Interview des kritisierten Bundespräsidenten...

 

Schon in diesem Beispiel wird die Dativ-Verwendung problematisch, weil es sich einfach etwas ungebildet anhört. Würde ein Journalist diese Aussage mit "von" + Dativ schreiben, wäre er vermutlich auch seinen Job los. Es wirkt eben nicht professionell.

 

2. Verben mit Genitiv...

... sind so gut wie tot. Genitiv-Verben wie "gedenken" oder "sich erbarmen" werden im modernen Deutsch immer seltener verwendet.

Wer jedoch ältere deutschsprachige Bücher liest, wird noch das eine oder andere Verb mit Genitiv entdecken. Linguistik- und Grammatikfanatiker können sich hier eingehend informieren.


3. Genitiv nach Präpositionen

"Wegen", "innerhalb", "zwecks".... etc. Es gibt bestimmte Präpositionen, nach denen immer ein Genitiv steht. Hier eine Liste mit den wichtigsten. Diese sollte man unbedingt lernen, sonst ist man chancenlos, wenn man den Genitiv korrekt anwenden will.

Akribiker, Literaten und künftige Beamte finden auf dieser Wikipediaseite noch mehr Futter.

 

4. attributiver Genitiv

das Feuer der Leidenschaft

das Dach des Hauses

 

Zwei Nomen als 'Nachbarn'. Dazwischen steht weder ein Verb noch eine Präposition. Es kann sich nur um einen Genitiv handeln, und zwar um einen attributiven.

 

Bildung

maskulin (der) & neutrum (das)  des

feminin (die)  der

 

 

maskuline und neutrale Nomen erhalten zudem die Endung -s oder -es

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Palmer Piggott (Montag, 06 Februar 2017 05:41)


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  • #2

    Kendal Cuthbert (Mittwoch, 08 Februar 2017 11:12)


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